Die Arbeit der Polizeiverkehrslehrer
Die Verkehrserziehung und -aufklärung dient vorrangig dem Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmer / innen, also den Kindern, Jugendlichen und Senioren.
Während einerseits die Beachtung von Verkehrsregeln gerade für diese Gruppe von existentieller Bedeutung ist, müssen andererseits die übrigen Verkehrsteilnehmer zu rücksichtsvollem und defensivem Verhalten gegenüber den Schwächeren angehalten werden. Bei allen Zielgruppen besteht in diesem Zusammenhang über die reine Vermittlung von Kenntnissen hinaus die Notwendigkeit, den Sinn und Zweck der gewünschten Regelbefolgung zu verstehen.
Ziele polizeilicher Verkehrsaufklärung / -erziehung sind demnach:
- Vermittlung und Vertiefung der Kenntnisse über Verhaltens- und Betriebsvorschriften
- Förderung des Verständnisses und der Bereitschaft, Vorschriften zu befolgen
- Entwicklung und Festigung einer sozialen und sicherheitsbewußten Einstellung gegenüber allen Verkehrsteilnehmern.
Die Betreuung durch die Polizeiverkehrslehrer beginnt bereits im Elementarbereich, wobei sich die Beamten einem pädagogisch besonders wertvollem Medium bedienen, dem Handpuppenspiel. Ihre Arbeit setzt sich fort über die Primarstufe in der Grundschule, wobei den Kindern sicheres Verhalten auf dem Schulweg, als Mitfahrer im Kraftfahrzeug und als Fußgänger im Straßenverkehr nahegebracht werden soll.
Darüber hinaus führen die Beamten zusammen mit den Kindern die Radfahrprüfung durch. In der Sekundarstufe I gehört die Mofaausbildung ebenso zum Repertoire der Verkehrslehrer, wie die Ausbildung der Kinder zum Schülerlotsen.
In der Sekundarstufe II treffen die Beamten dann auf die Gruppe der jungen Kraftfahrer, welche im Verkehrsgeschehen die unfallträchtigste Gruppe darstellen. Im Unterrichtsablauf dominieren dann auch altersgruppenspezifische Themen, die im Verkehrsunfallgeschehen nach wie vor die Hauptursachen darstellen. Es handelt sich dabei um die Problemfelder Alkohol/Drogen/Medikamente im Zusammenhang mit dem Führen von Kraftfahrzeugen, Geschwindigkeitsverhalten und der Aggression im Straßenverkehr. Diese zweifelsohne schwierige Zielgruppe erreichen Polizeiverkehrslehrer jedoch nicht nur im schulischen Bereich, sondern auch über Institutionen, wie der Bundeswehr, Landwirtschaftsschulen oder Berufsschulen.
Neben diesen Tätigkeiten nehmen die rund 50 Beamtinnen und Beamten noch weitere Aufgaben wahr, die hier nur stichwortartig aufgeführt werden:
- Durchführung von Projektwochen und Verkehrswettbewerben
- Vorträge im Rahmen von Seniorenveranstaltungen und Kirchenkreisen
- Mitwirkung in Arbeitsgruppen und Arbeitskreisen der Präventionsarbeit
- Mitwirkung bei der Vorbereitung und Durchführung von Informationstagen und sonstigen Öffentlichkeitsveranstaltungen
- Nachwuchswerbung durch einen unbelasteten Kontakt zu jungen Menschen
Abschließend darf jedoch bei der Betrachtung der spezialisierten Verkehrsaufklärung durch die Polizeiverkehrslehrer nicht vergessen werden, dass Verkehrsprävention eine Aufgabe aller Beamtinnen/Beamten darstellt und ein wichtiges Instrument zur Hebung der Verkehrssicherheit in unserem Lande ist. Konstruktive Aufklärungsgespräche haben schon so manche repressive Maßnahme überflüssig werden lassen. Eine höhere Sensibilisieren für die Gefahren des Straßenverkehrs sowie eine größere Akzeptanz für polizeiliche Verkehrsüberwachungsmaßnahmen stellen dabei sicherlich einen gewünschten Nebeneffekt dar