Alles im Griff
Ein Konzept zur Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche ab elf Jahre zum Thema “Gefahren im Umgang mit Böllern und anderen Explosivstoffen”
Die Fakten
Den Anstoß für das Präventionskonzept gaben die Ergebnisse aufwendiger Ermittlungen des Landeskriminalamtes zur Verfolgung herausragender Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und weiterer Bestimmungen im Jahr 2005. Bei ihren Ermittlungen stellten die Experten des Landeskriminalamtes ein erschreckend hohes und nachhaltiges Interesse bei männlichen Jugendlichen am Thema Sprengchemie fest. Dieses Phänomen ist nach statistischen Auswertungen und kriminalpolizeilichen Erfahrungen zwar nicht neu, es hat aber durch die Informationsquelle Internet eine neue Dimension erhalten.
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Das Konzept
Von diesen Erkenntnissen ausgehend haben Landeskriminalamt und Landespolizeiamt – Koordinierungsstelle Prävention – im Jahr 2006 das Präventionskonzept „Alles im Griff“ unter Einbindung verschiedener Fachlichkeiten entwickelt. Neben der Polizei waren Vertreter des AfK, des Institutes für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH), der Unfallkasse Schleswig-Holstein sowie des Institutes für Psychologie, Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, beteiligt. Der Titel „Alles im Griff“ spiegelt das typische und gefährliche Selbstverständnis der Jugendlichen beim Umgang mit Explosivstoffen wider.
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Die Zielgruppen
Kinder ab elf Jahren, Jugendliche, Eltern, Erzieher und Lehrkräfte.
Das Konzept wendet sich dabei nicht nur an männliche Jugendliche, die großes Interesse an Sprengchemie haben, sondern es bezieht Schüler und Schülerinnen mit ein, die um die gefährlichen Aktivitäten ihrer Mitschüler wissen.
Angelehnt an das Konzept "Prävention im Team" (PIT) für 5. - 10. Klassen, schulartenübergreifend, sollte der Themenkomplex "Gefahren im Umgang mit Böllern und Explosivstoffen" nur von speziell geschulten Lehrkräften im Unterricht bearbeitet werden. Eine Unterstützung der Lehrkräfte durch Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte setzt für diese ebenfalls eine spezielle Fortbildung voraus. Das Thema kann auch im Rahmen des PIT-Projektes im Modul "Gewalt" behandelt werden. Die genannte Fortbildung ist hier ebenfalls Voraussetzung. Aufgrund des Bezuges zur Chemie ist es gegebenenfalls sinnvoll, die Thematik im Fachunterricht zu erarbeiten. Landeskriminalamt, Landespolizeiamt und IQSH bieten gemeinsam Informationsveranstaltungen für Schule und Polizei (Teams) zu diesem Thema an. Das erarbeitete Unterrichtskonzept und der dazugehörige Film (DVD) enthalten hierzu notwendige Hintergrundinformationen und bieten Vorschläge für den Ablauf einer derartigen Unterrichtseinheit an. Die Materialien werden nach den Informationsveranstaltungen an die Teilnehmer ausgehändigt.